Manchmal will so ein Tag nicht richtig anfangen. Dann sitzt man da, lässt irgendwelche Bilder durch den Kopf fliegen… träumt vor sich hin. Träumt vom Frühling… streicht die Wände… läuft über Blumenwiesen, durch Wälder oder alte Häuser… Fabrikhallen… Bahnhöfe… schaut durch zerbrochene Fensterscheiben… wischt den Staub beiseite… bewundert das Licht… lächelt und hört den Raben zu, deren Krächzen sich irgendwann mit dem Gedanken vermischt, dass es jetzt doch Zeit wäre, etwas anzufangen. Aufzuwachen. Man schaut auf die Uhr, spürt dieses leicht unruhige Zappeln in sich… bleibt sitzen.
Manchmal will so ein Tag nicht richtig anfangen. Womit hatte der vorherige Tag eigentlich aufgehört? Man versucht, die Gedanken zu ordnen und festzuhalten, doch sieht ihnen letztlich nur beim Zerbröseln zu. Der rote Teller mit den weißen Punkten steht auf dem wackligen Tisch unter’m Fenster. Darum verteilt alte Kuchenbrösel. Die zerbröselten Gedanken hängen inzwischen an der Wand. Neben der Lampe. Ein paar sind mit Klebebandstreifen befestigt, andere mit Nägeln. Einer der Gedankenbrösel ist festgeschraubt. Ich könnte das Fenster öffnen, dann würden die Klebebandstreifengedankenbrösel vielleicht herunterfallen und anfangen, durch’s Zimmer zu tanzen. Allerdings bin ich zu faul. So bleibt das Fenster geschlossen und ich bleibe sitzen. Manchmal will so ein Tag einfach nicht richtig anfangen…