Der Frühling hatte lange auf sich warten lassen in diesem Jahr und als er endlich begann, sich zu zeigen und ganz langsam zu entfalten, wollte er doch nicht wirklich zu leuchten beginnen. Vielmehr blieb alles von Schleiern überzogen und durchwoben. Diese Art Schleier, die allem ein wenig Farbe nahm und die Welt in eine seltsame Blässe tauchte. In Ratlosigkeit. Verlorenheit. Seltsam graue Stille. 

[Und betäubt vom Gefühl der Unwirklichkeit suchte sie.
Suchte Halt.]

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Weiß mal wieder gar nicht so richtig, was ich eigentlich will. Vielleicht müsste ich versuchen, alles aufzuschreiben, was ich denke, um es besser zu überblicken und vielleicht sortieren zu können. Aber… allein die Vorstellung erschlägt mich irgendwie.

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich irgendwann vor ein paar Jahren aufgehört habe, einfach zu schreiben, was ich denke oder fühle. Ich hatte plötzlich das Gefühl, ich müsse zunehmend einem Bild entsprechen. Einem Bild, das funktioniert. Einem Bild, das möglichst nie etwas Dummes denkt. Einem Bild, das irgendwelchen Erwartungen gerecht wird. Einem Bild, das gar nicht mehr mir entsprach? Vielleicht war es auch das Gefühl, ich müsse mich schützen und will nicht völlig nackt sein. Will irgendeine Grenze zwischen dem, was ich der Welt zeige… und meinem Alltag und Privatleben. Ist ja sicher auch richtig. Und wichtig. Aber je klarer und fester man diese Grenze zieht, desto mehr erscheint das, was man tut, allmählich nur noch als Arbeit. Man ist irgendwie geteilt, zerrissen. Und fühlt sich nicht mehr wohl dabei.
Ich mag, wenn Menschen sich zeigen. Wenn sie ehrlich sind. Und manchmal dumme Sachen sagen. Ich mag nicht, wenn Menschen Bilder sind, die man nicht greifen kann. Davon gibt es viel zu viele… ich will eigentlich nicht so sein…

[und fürchte, dass das, was ich hier gerade schreibe, womöglich ziemlich dumm ist]

Und sie stolperte durch neblige Frühlingstage, die um jeden kleinen Sonnenstrahl kämpften. Schaute zu, ob der Tag den Kampf wohl gewann, fiel dann in seine Schatten… und diese trugen sie davon.
An den Rand lichter Wälder, die sie verschlangen.
Und lächelnd ließ sie alles geschehen.
Ließ die Tage verstreichen, die Tage vergehen.
Folgte den Wolken am Himmel, flog über die Felder.
Flog mit den Schwänen. Flog mit den Krähen.
Unsichtbar durch neblige Frühlingstage…

Und während ihre Schwester von den Bäumen und Wäldern gerufen wurde, hörte sie die Schwäne, die ihr vom Wasser, dem Wind und der Luft erzählten. Von Weite und Leichtigkeit. Vom fließenden Sein.
[Und sie flüsterten zu ihr Tag und Nacht. Tag und Nacht. So vertraut und befremdlich. Und voll zögernder Sehnsucht versank sie darin.]

Es war eine seltsame Zeit im Jahr. Schnee und Kälte waren gegangen und die Welt verharrte in dieser kargen Trostlosigkeit des Winters, der seinen Zauber verloren hatte. Alles wartete. (Und das erste Grün, das irgendwo zwischen den verdorrten Blättern aufblitzte, versprach, dass dieses Warten nicht vergeblich sein würde…)

…it was a strange time of year. Snow and cold had gone and the world lingered in this barren desolation of winter that had lost its magic. Everything was waiting. (And the first green that flashed somewhere among the old withered leaves promised that this waiting would not be in vain…)