Und so saß ich wieder einmal vor diesem vollgekritzelten Blatt Papier und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Es schien keinen Platz für etwas Neues zu geben und jeder aufkommende Gedanke wurde von mindestens zehn veralteten und mich langweilenden Gedanken übertönt. Oder verschwischt. Verdreht. Verblödet.
Frisch gedachte Gedanken schienen ja meist nicht allzu dumm. Erst wenn man sie mehrmals ge- und durchdacht hatte, offenbarten sie ihre Belanglosigkeit. Oder Schwachsinnigkeit. Oder Beides. Einige von ihnen blieben dennoch sehr hartnäckig und weigerten sich zu gehen. Fanden kein Ende, während man ihren Anfang längst vergessen hatte. Sie sammelten sich auf diesem Blatt Papier, gaben ihm Farben, Formen und Worte… und während man sie zu entziffern und verstehen versuchte, bewegte man sich im Kreis. Spürte die Enge. Zwischen Vorwärts und Rückwärts schien es keinen Unterschied zu geben. Nur Wiederholung.
Ich saß also da und starrte auf dieses Blatt Papier ohne Anfang, das mit Wiederholungen gefüllt war und mich langweilte. Wo fing man an, wenn es keinen Anfang gab?

(Bitte ein leeres Stück Papier. Nur weiß, nichts sonst. Keine Richtung, kein Rahmen. Ich brauche ein leeres Stück Papier. Einen weiten Raum… ohne Wand und Farben. Nur Luft und Fenster, weit geöffnete Türen. Nichts sonst als ein leeres Stück Papier, dessen stilles Weiß geduldig wartet, mit Neuem gefüllt zu werden.)