Weiß mal wieder gar nicht so richtig, was ich eigentlich will. Vielleicht müsste ich versuchen, alles aufzuschreiben, was ich denke, um es besser zu überblicken und vielleicht sortieren zu können. Aber… allein die Vorstellung erschlägt mich irgendwie.

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich irgendwann vor ein paar Jahren aufgehört habe, einfach zu schreiben, was ich denke oder fühle. Ich hatte plötzlich das Gefühl, ich müsse zunehmend einem Bild entsprechen. Einem Bild, das funktioniert. Einem Bild, das möglichst nie etwas Dummes denkt. Einem Bild, das irgendwelchen Erwartungen gerecht wird. Einem Bild, das gar nicht mehr mir entsprach? Vielleicht war es auch das Gefühl, ich müsse mich schützen und will nicht völlig nackt sein. Will irgendeine Grenze zwischen dem, was ich der Welt zeige… und meinem Alltag und Privatleben. Ist ja sicher auch richtig. Und wichtig. Aber je klarer und fester man diese Grenze zieht, desto mehr erscheint das, was man tut, allmählich nur noch als Arbeit. Man ist irgendwie geteilt, zerrissen. Und fühlt sich nicht mehr wohl dabei.
Ich mag, wenn Menschen sich zeigen. Wenn sie ehrlich sind. Und manchmal dumme Sachen sagen. Ich mag nicht, wenn Menschen Bilder sind, die man nicht greifen kann. Davon gibt es viel zu viele… ich will eigentlich nicht so sein…

[und fürchte, dass das, was ich hier gerade schreibe, womöglich ziemlich dumm ist]

Weihnachten vorbei, neues Jahr und ich… verheddere mich in dem Versuch, mich nicht zu verheddern. Was wollte ich denn eigentlich anfangen dieses Jahr? Was ist noch fertig zu machen? Was war schon angefangen? Was kommt noch dazu?

Ich wollte mir schrecklich gerne die Zeit nehmen, meine „projects“ mal zu überdenken – so richtig wirklich Zeit und ganz viel Ruhe. Denn da stimmt so Einiges nicht und wartet darauf, nochmal überdacht und verstanden zu werden. Ich wollte Foto-Bücher zusammenstellen und damit eigentlich schon längst fertig sein. Ich wollte euch mitteilen, dass es jetzt Drucke zu kaufen gibt. (Entscheidende Voraussetzung dafür wäre nur, diesen Karton mit Probedrucken, der seit einigen Wochen in meinem Schlafzimmer steht, mal auszupacken und anzugucken.)
Und ich wollte Platz für Blödsinn. Für diese Dinge, die kein Denken verlangen und genau deshalb manchmal noch viel mehr Mut verlangen, als anderer Kram. Kein Plan, kein Ziel… nur dem Gefühl vertrauen. Dem Moment. Oder dem Spaß.

Ich wollte Zeit, die Dinge entspannt anzugehen.
Ist vielleicht das Wichtigste.
Naja, und sich nicht zu verheddern dabei…

Irgendwie so. Ja, irgendwie so ist das wohl.
Und an alle, die hier immermal vorbeischauen: ein wunderbares neues Jahr wünsch’ ich euch!

english

So ein Abendspaziergang ohne Plan und Ziel. Sommerluft und leere Straßen. Und plötzlich bleibt man stehen und meint, man müsse ein Foto machen. Von einem hässlichen Gebäude mit interessantem Licht… mittendrin in der Sommerluft und den leeren Straßen.