Die Verlorenheit war zur Nacht geworden und die Nacht erneut zum Tag. Und aus dem Nebel des Morgens stieg Zartheit hervor. Blass wie der Mond. Zerbrechlich und schön. Eine Ahnung von Frühling und Leichtigkeit. Lächelnde Stille umhüllte sie.

(Forlornness had become night and night had yet again become day. And from the mist of the morning rose tenderness. Pale as the moon. Fragile and beautiful. An inkling of spring and lightness. Smiling silence enveloped her.)

Sie war nach draußen gegangen, um zu gehen. Zu atmen. Zu weinen. Zu verstehen. Und sie lief und lief. Und die Welt war weit. Und der Tag war grau… durchzogen von fragender Sehnsucht.
Und wie sie da lief, ihre Tränen weinend, flüsterte etwas zu ihr: „Ich weiß, du willst fliegen und frei sein und leicht. Lass’ los. Und folge mir“. Sie nickte gehorsam und folgte blind einem seltsam starken Gefühl. Noch immer weinend und etwas verwirrt. Und ging bis zum Teich… dort stoppte sie. Und ihre letzte Träne berührte den Boden… als ihr Schwanenfedern und Flügel wuchsen. So schöne Flügel, die sie nun trugen. (und in der milden Luft des Frühlings verschwinden ließen.)

Der Frühling hatte lange auf sich warten lassen in diesem Jahr und als er endlich begann, sich zu zeigen und ganz langsam zu entfalten, wollte er doch nicht wirklich zu leuchten beginnen. Vielmehr blieb alles von Schleiern überzogen und durchwoben. Diese Art Schleier, die allem ein wenig Farbe nahm und die Welt in eine seltsame Blässe tauchte. In Ratlosigkeit. Verlorenheit. Seltsam graue Stille. 

[Und betäubt vom Gefühl nebliger Unwirklichkeit suchte sie.
Suchte Halt.]

more

Und sie stolperte durch neblige Frühlingstage, die um jeden kleinen Sonnenstrahl kämpften. Schaute zu, ob der Tag den Kampf wohl gewann, fiel dann in seine Schatten… und diese trugen sie davon.
An den Rand lichter Wälder, die sie verschlangen.
Und lächelnd ließ sie alles geschehen.
Ließ die Tage verstreichen, die Tage vergehen.
Folgte den Wolken am Himmel, flog über die Felder.
Flog mit den Schwänen. Flog mit den Krähen.
Unsichtbar durch neblige Frühlingstage…

Und während ihre Schwester von den Bäumen und Wäldern gerufen wurde, hörte sie die Schwäne, die ihr vom Wasser, dem Wind und der Luft erzählten. Von Weite und Leichtigkeit. Vom fließenden Sein.
[Und sie flüsterten zu ihr Tag und Nacht. Tag und Nacht. So vertraut und befremdlich. Und voll zögernder Sehnsucht versank sie darin.]