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Wenn man festlegt, worum es in den Bildern geht, die man machen will: schränkt man sich dann ein? Oder gibt man sich eine Richtung, aus der sich erst Möglichkeiten ergeben? Ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht…
Ich bin durch imaginäre Häuser gelaufen und habe versucht, ihre Stimmung und ihre Geschichten festzuhalten. Ich bin durch imaginäre Häuser gelaufen und wusste, dass es meine Stimmungen und Gefühle sind. Dass die Häuser nichts anderes sind als ich selbst. Und mit jeder Tür, die ich öffnete, fand ich ein Stück von mir. Das ließ sich nicht vorweg nehmen oder planen… ich wusste ja selbst nicht, was ich finden würde. Wieviel ich sehen würde. Wie weit ich kommen würde. Also habe ich nicht darüber nachgedacht.

Habe nicht darüber nachgedacht, weil die Häuser ganz selbstverständlich dazu gehörten. Zu mir. Weil nie ein Neues dazu kam. Weil das Ganze in sich geschlossen schien. Abgeschlossen schien. Vielleicht auch, weil es mir zu anstrengend gewesen wäre. „Hätte ich Worte für das, was ich sagen will, würde ich schreiben“ hab‘ ich gedacht… aber weil ich keine Worte hatte, machte ich Bilder. Weil sie mir mehr zu sagen schienen als Worte. Oder weil ich zu feige war für Worte. Oder Beides.

Worte legen fest, Worte schränken ein. Worte definieren aber auch. Worte setzen Grenzen, die man immerwieder überschreiten kann. Worte eröffnen Wege. Glaube ich. Ich weiß es nicht. Ich habe nie darüber nachgedacht.
Worte sind Vermutungen, nie Tatsachen. Annäherungen. Übertreibungen vielleicht auch… verbunden mit der Angst oder Befürchtung, dass sie zu Erwartungen werden. Zu übertriebenen Erwartungen. Auf Worte zu verzichten, eröffnet Freiheit…

Und doch sitze ich da und suche Worte. Suche Worte, mit denen ich verstehe, worum es gerade geht in diesem Haus. Macht und Ohnmacht, Hilflosigkeit. Einsamkeit. Anpassung. Oder auch nicht. Worte sind oberflächlich, ergeben bestenfalls im Kontext Sinn. Also macht man Bilder, die man nicht versteht… obwohl Verstehen so viel einfacher wäre als Spüren… so viel klarer… und berechenbarer…

Ach so… hmm… nö, und es geht nicht um Sex. Aber es geht immer um Sex. In irgendeiner Form. In irgendeinem Sinne.

Es war, als würde man gegen eine Wand laufen. Wieder und wieder und immerwieder. Und man war nicht sicher, ob man weiter machen sollte… oder der Wand nicht lieber den Rücken kehren.
Es war, als würde man eine Richtung suchen. Eine Mitte. Einen Kern. Doch statt ihn zu finden, sprang man stets hin und her. Und hin und her. Immer weiter hin und her. Pendelte zwischen der Suche nach Tiefe und der Suche nach Weite. Nach Ernst und nach Leichtigkeit. Nach Struktur und nach Chaos. Und alles hatte seinen Reiz und seine Vorzüge. Alles vermochte auf seine eigene Art zufrieden zu machen und sich richtig anzufühlen.
Es war, als suchte man eine Antwort. Oder ein Ziel. Obgleich man wusste, dass es beides nicht gab.

Ich glaube, dass Sex die Verbindung ist. Die Verbindung zwischen all den Widersprüchen, die man in sich trägt. Dass es um Sex geht. Dass es immer um Sex geht. In einem vermutlich recht weit gefassten Verständnis von „Sex“. Ich glaube, dass Sex Gott ist. In einem vermutlich recht weit gefassten Verständnis von „Gott“.

Warum ich das jetzt hierhin schreibe? Weil ich’s weiterdenken will… irgendwann mal. Oder irgendwas damit anfangen will. Weil irgendwo in diesem Gedanken die Wand steckt, gegen die ich renne… und die Antwort, die ich suche…