Ich sitze da… und warte. Warte, dass etwas passiert. Dass der Tag mich an die Hand nimmt, lächelt… und mich führt. Ich sitze da… und warte. Schaue träumend ins Nichts… und alles steht still. Keine Regung. Kein Anfang. Schweigender Tag, der nicht weiß, was er will…

Zuviel angefangen. Keinen Überblick mehr… und im Kopf tanzen tausend Bilder. Zwischen Ungeduld, Chaos und Frühlingssonne. Mittendrin Worte… ohne Sinn. Schreibe sie auf… schaue sie an… versuche zu denken und werfe sie weg. Weil ich schon längst wieder anderswo bin…

Wie sollte es auch anders sein? Niemals war da ausschließlich laut oder leise, nur weich oder hart, nur sanft oder grob. War Gefühl und war Kopf. War Frieden und Wut. War Krieg, in dem man kämpfte… und Krieg, vor dem man floh. War Lächeln und war Schreien. Wie sollte es auch anders sein?
War zart, war stark. War böse und gut. War Mann und Frau und Mensch und Baum. War immer und ständig alles zugleich… war Gegensatz und Widerspruch, doch ohne Widersprüchlichkeit…

Suche die Worte… doch sie springen fort. Zerbrechlich. Halt’ mich. Zieh’ mich aus. Zieh’ mich fort. Mein Innen… mag nackt sein. Dich küssen. Berühren. Mein Körper… dich spüren. Und dieses flüsternde Schreien… hat keine Worte. Ist laut und leise zugleich. Ist sanft und fordernd. Steht still und treibt…

Hab’ der Nacht noch ewig Geschichten erzählt. Sie saß bei mir am Bett und hat zugehört… doch irgendwann ist sie eingeschlafen. Und ich lag immernoch da und hab’ Geschichten erzählt. Geschichten ohne Worte. Und ich spürte dein Lächeln und weiß ganz genau: du hast alles verstanden und leise genickt und die ganze Zeit bei mir gesessen…

Komm’, wir gehen… ich muss dir ‘was zeigen. Ich weiß nur noch nicht, was es ist. Komm’, wir gehen… weil die Sonne scheint – und weil dort hinten ganz sicher der Sommer sitzt. Komm’, lass’ uns gehen… den Frühling suchen. Komm’, wir gehen… einfach irgendwo hin. Und bleiben dann dort. Oder gehen noch weiter. Nur du, nur ich… komm’, lass’ uns gehen.

Es war ein Tag, der nichts wollte. Ein Tag zum Dösen und Träumen. Zum Schlafen. Mit dir. Sich ineinander verlieren. Durch den warmen Schnee nach Hause gehen und auf dem Weg die blühenden Bäume zählen…

Die Tage zogen zu schnell vorbei und kannten keine Zeit. War ein Tag eine Stunde, ein Monat, ein Jahr? Ich lief. Ich ging. Ging wohl irgendwo hin… oder daran vorbei. Vielleicht rückwärts. Im Kreis. Vielleicht war ich auch da. War dort, war hier… und doch stets, wo ich war.

Einfach nur… die Augen schließen. Dem Lied zuhören, das in mir singt. Mich wiegen in vertrauten Tönen… ihrem tiefen Blau… ihrem weichen Grün… dem sanften Weiß, wie rieselnder Schnee. Und eingehüllt in all die flüsternden Farben treibe ich fort in dieser Musik. Fort von mir… die Augen geschlossen. Einfach nur treiben… zu mir hin.

Was ich gestern noch mochte, mag ich heute nicht mehr und was auch immer mich heute zufrieden macht, sehe ich schon morgen mit anderen Augen. Vielleicht ist das normal. Vielleicht nennt man das “Lernen”. Vielleicht nennt man das “Leben”. Vielleicht bin ich verrückt. Bleibe nie, wer ich bin und bin doch stets, wer ich war. Habe mein Gestern verloren und der Tag fragt “Wohin?”. Ich schaue ihn an… und schweige.

Das Wintergrau war zum Sturm geworden, der vom Fliegen und Freisein erzählte. Vom Gehen ohne Ziel, das kein Ankommen kannte… und zugleich ständiges Ankommen war. Irgendwo da draußen… in der Weite der Welt. Irgendwo da draußen… Zuhause. Das rauschende Meer… der flüsternde Wald… tanzende Luft und lachendes Leben. Das Spüren von Tiefe und Ewigkeit – und der Wind… der Wind erzählte.

Zuckende Schultern antworteten auf nie gestellte Fragen und lachten über sich selbst. Erzählten von Belanglosigkeiten, die sich zu wichtig nahmen und draußen versank die Welt in verschlafenem Wintergrau…

Ich mag… in endloser Stille versinken. Nur Spüren in schwebender Langsamkeit. Jede Berührung scheint ewig, überwindet die Zeit. Wie ein Windhauch, ganz leise… nur du, nur ich. Treiben, tanzen… uns verlieren im Nichts. Ineinander, ohne Grenzen. Kein Du. Und kein Ich.
Ich mag… fühlen, nur fühlen und frei sein mit dir. Spüren, nur spüren und leben. Mag die Augen schließen, dich atmen… zerfließen. Und der Moment, das Jetzt wird zur Ewigkeit… kennt kein Gestern, kennt kein Morgen, kennt keine Zeit. Und jede Berührung, ein Hauch nur, wird zum Sturm, der uns trägt. Wird zu Musik in endloser Stille

Bitte ein leeres Stück Papier. Nur weiß, nichts sonst. Keine Richtung, kein Rahmen. Ich brauche ein leeres Stück Papier. Einen weiten Raum… ohne Wand und Farben. Nur Luft und Fenster, weit geöffnete Türen. Nichts sonst als ein leeres Stück Papier, dessen stilles Weiß geduldig wartet, mit Neuem gefüllt zu werden.
Ich brauche ein leeres Stück Papier ohne Vergangenheit. Nur Jetzt. Nur Hier. Nur ein weißes Stück Papier