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Manchmal will so ein Tag nicht richtig anfangen. Dann sitzt man da, lässt irgendwelche Bilder durch den Kopf fliegen… träumt vor sich hin. Träumt vom Frühling… streicht die Wände… läuft über Blumenwiesen, durch Wälder oder alte Häuser… Fabrikhallen… Bahnhöfe… schaut durch zerbrochene Fensterscheiben… wischt den Staub beiseite… bewundert das Licht… lächelt und hört den Raben zu, deren Krächzen sich irgendwann mit dem Gedanken vermischt, dass es jetzt doch Zeit wäre, etwas anzufangen. Aufzuwachen. Man schaut auf die Uhr, spürt dieses leicht unruhige Zappeln in sich… bleibt sitzen.
Manchmal will so ein Tag nicht richtig anfangen. Womit hatte der vorherige Tag eigentlich aufgehört? Man versucht, die Gedanken zu ordnen und festzuhalten, doch sieht ihnen letztlich nur beim Zerbröseln zu. Der rote Teller mit den weißen Punkten steht auf dem wackligen Tisch unter’m Fenster. Darum verteilt alte Kuchenbrösel. Die zerbröselten Gedanken hängen inzwischen an der Wand. Neben der Lampe. Ein paar sind mit Klebebandstreifen befestigt, andere mit Nägeln. Einer der Gedankenbrösel ist festgeschraubt. Ich könnte das Fenster öffnen, dann würden die Klebebandstreifengedankenbrösel vielleicht herunterfallen und anfangen, durch’s Zimmer zu tanzen. Allerdings bin ich zu faul. So bleibt das Fenster geschlossen und ich bleibe sitzen. Manchmal will so ein Tag einfach nicht richtig anfangen…

Und war das Flüstern der Welt, die Sinn ergab, weil sie ohne Sinn existierte. Ohne Ziel und Erwartung. Ohne Wertung und Plan. Ohne Zeit… oder Anspruch auf Wirklichkeit. War Traum, dem egal war, nur Traum zu sein – denn er war dennoch echt und unmittelbar. War greifbar. War Bild. War durchaus real. War Ich. Nur Ich. Nur das, was ich war. Mehr Baum oder Wind oder Tier oder Stein als ich jemals Mensch gewesen war. Und doch mehr Mensch als irgendwo sonst. Eins mit dem Flüstern der Welt…

Man sollte das, was man tut, nicht ernst nehmen. Aber wozu tut man es dann? Man sollte gar nichts ernst nehmen.
“Du bist immer so ernst” haben die Leute mir früher gesagt und kritisiert, dass ich nie lache. “Du nimmst nichts ernst” sagten sie einige Jahre später, allerdings lachte ich da noch weniger. Komische Sache mit dem Ernst. Komische Leute. Komische Welt. Komisches Ich.

Da oben auf den Felsen sammelten sich die Krähen. Es war stürmisch und neblig und wunderbar still. Es gab keine Menschen hier… und so gab es auch keine Sprache. Keine Sprache… und keine Zeit, denn für die Krähen und die Felsen und die Bäume, die mich umgaben, war die Zeit völlig ohne Belang. Meine Augen sahen nur das, was sie sahen und ich… ich… kann mich leider nicht konzentrieren. Die Nachbarin mäht ihren Rasen. Der Kopf erzählt und weiß nichts zu sagen. Ich will Novembernebelbilder… will Stille und Lärm. Die alte Fabrik. Maschinen und Bäume. Nur bloß keine Menschen. Doch ohne die Menschen ist man allein. Ich will Sommer und Winter. Reden und Schweigen. Schwarzweißes Bunt. Und Kekse dazu. Ich will alles auf einmal… will zappeln und schweben. Ich will sinnvollen Blödsinn. (Keinen blöden Sinn). Jetzt schneidet sie Rosen und redet vom Wetter. Und ich… will bei den Krähen sein.

Ich möchte im Schatten eines großen alten Baumes sitzen, einen langen grauen Bart tragen und kluge Augen haben. Ich will dort sitzen und schreiben. Und denken. Und verstehen. Ich möchte den Menschen schlaue Dinge erzählen. Oder vielleicht auch nur Bilder malen, weil es im Grunde nichts zu erzählen gibt. Nichts Schlaues, Kluges oder Wichtiges. Ich möchte im Schatten eines großen alten Baumes sitzen und schweigen. Und atmen. Und lächeln. Ganz still. Ich möchte verstehen, dass es nichts zu verstehen gibt. Nichts zu sagen oder zu tun. Und ich möchte kluge Augen haben. Und lachen, laut lachen über all den Unsinn, der uns umgibt.

Da war diese grüne Sommerwiese. Und neben mir ein Blatt Papier. Und wie es sich füllte, fühlte ich mich, als würde ich schreien in endloses Nichts.
Kein Mensch, der mich störte. Kein Grund zu erklären. Es ging nur darum, zu schreien und frei zu sein. Und von irgendwoher kam dein lächelndes Flüstern und ich hörte dich Nicken und war nicht allein. Und da war diese grüne Sommerwiese… und die endlose Freiheit, bei dir zu sein.

When I was a little child I wanted to be a princess. I wanted long beautiful hair, charming dresses, a beautiful castle. But I wanted all this not because I wanted luxury, beauty and wealth. I wanted long hair to cut it off. I wanted nice clothes in order to jump through dirt and mud … or to shred and tear them. I wanted a castle to burn it down, then run into the woods and live there in a little old cottage. I wanted to be a princess to tell the people: “I’m not interested in your crap. Fuck you!”. When I was a little child I didn’t understand that. But I think it was the dream of freedom …

(strangely confused Sunday-thoughts . I want to burn down the cities and run into the woods. Ich will die Augen schließen und die Bäume atmen. Ich will meine Finger in die Erde graben. 
I want storm… to fly away. 
I want fog… to hide.
Give me something… to destroy.)

Die Stille war derzeit so merkwürdig still. Wusste keine Geschichten. Nur gestottertes Schweigen… und fragendes Suchen nach Wirklichkeit. Von Staub überzogene Gedankenfragmente – des Denkens nicht wert und ohne Sinn. Wische den Staub beiseite… und bleibe sitzen. Umgeben von Stille. So merkwürdig still.

“Ich wollte das Gefühl, dass es etwas gibt, was ich kann.” hatte ich irgendwo hin geschrieben. Doch sobald ich etwas konnte, wurde es zur Selbstverständlichkeit. Zum Nichts. Bedeutungslos. Ich wollte mehr. Ich war nicht fertig. Ich war niemals fertig. Nur Anfänge, Versuche… und doch kein Ziel, dem sie folgten. Das Ziel war das Gefühl, fertig zu sein. Womit? Und wenn ich jemals fertig wäre: was dann?

Und ich mag… dort liegen. Mit dir. Und dem Wind zuhören. Und ich will… die verlassene Villa am Meer. Dort sitzen. Mit dir. Geschichten erzählen. Und Schokoladenkuchen auf dem Balkon… oder Tomaten… oder einfach nur Brot. Und mag den Zaun blau streichen… oder gelb… oder rot. Oder Grashalme zählen. Oder Steine sortieren. Was soll der Blödsinn? Was mache ich hier? Dumme Bilder. Wozu? Warum? Wofür? Ich mag… da liegen. Mit dir. Und den Sommer spüren…